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Jahreskreis
Feste im
Überblick


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Heilskreis
Der Lauf eines Jahres gleicht dem Zyklus des menschlichen Lebens und jeder in
sich geschlossenen Einheit, z.B. auch dem Ablauf eines Tages:
Die Kindheit entspricht dem Frühling/dem Morgen,
die Lebensblütezeit dem Sommer/dem Nachmittag,
die Reifezeit und das Alter dem Herbst/dem Abend,
das Sterben und die Vorbereitung/Geburt des neuen Lebens dem Winter/der
Nacht (wo wir uns für den neuen Tag erholen/ vorbereiten).
Werden und Vergehen berühren Sinn- und Kernfragen über das Woher und
Wohin menschlicher Existenz: Wer bin ich? Wozu und warum bin ich auf dieser
Erde? Woher kommt das Böse? Woher komme ich? Wohin gehe ich nach dem Tod?
Alle Jahresfeste, christliche und andere, entstanden ursprünglich aus religiösen
Motiven, als wiederkehrende Gelegenheit zur Rückbesinnung auf unsere geistig-göttliche
Herkunft und unsere eigentliche menschliche Bestimmung im Sinne von lat. re-ligio,
nämlich der Rück-Bindung oder Rückkehr zu dieser himmlischen
Heimat, die uns offensichtlich einstmals verloren gegangen ist. Wenn wir in
die Welt hinaus schauen, bietet sich uns nämlich nicht das Bild paradiesisch
lebender Geschöpfe, sondern wir sind täglich Zeugen der Auswirkung
des Bösen in Form von Gewalt, Zerstörung, Hass, Lüge und Ausbeutung
- eine Welt, in der um das Gottesreich noch gerungen werden muss
Im christlichen Jahresfestkreis spiegelt sich dementsprechend das ganze göttliche
Heilsangebot.
Die jeweiligen Festinhalte entsprechen stimmig dem wechselnden Naturgeschehen
und verdeutlichen im Aussen, was innerlich an Erkenntnissen wachsen will:
Die Geburt des Weltenlichts in der dunkelsten Zeit des Jahres an Weihnachten;
das neue irdische und geistige Leben (= Auferstehung oder "Erbrecht auf
den Himmel", vgl. 1. Petrus 1,4; Gal. 4,1-7) an Ostern, wenn auch die Natur
wieder erwacht; die befruchtende Lebens- und Geistesfülle an Pfingsten
und Mittsommer; die Freude und das Feiern der äusseren und inneren Früchte
zum Erntedankfest, aber auch das kritische Wägen und Beurteilen der Lebensernte
zu Michaeli; und schliesslich das Sterben und Ruhen vor der neuen Lebensphase.
Parallel dazu finden sich im Kirchenjahr die Erinnerungs- und Gedenktage an
Menschen, welche ihrer vorbildlichen Christusnachfolge wegen als Heilige verehrt
werden und uns durch ihr Vorbild stärken und ermutigen können.
Feste und Feiertage sind dazu angelegt, dass wir uns immer wieder neu mit Erkenntnis-
und Lebensfragen auseinander setzen und zwar nicht nur theoretisch, sondern
durch lebendiges Brauchtum, Rituale, Bilder, Symbole, Lieder, Gestaltungsarbeiten,
Speisen, Geschichten und Figuren... welche deren transzendenten Sinn verdeutlichen
und mit allen Sinnen freudig erlebbar machen
So kann sich Zeitliches und Sichtbares mit Ewigem und Unsichtbarem verbinden.